… ist die Entdeckung des Tages! So ein schöner Ort, absolut ein Höhepunkt für unsere
neue Wegführung! Aber erstmal muss man sich dieses mittelalterliche Juwel erarbeiten.
Wir starteten nahe unserer Unterkunft an der Wallfahrtskirche Santa Maria della Cerqua
– ein schlichtes Marienbild, das wohl mal in einer Eiche (der Dialekt hier im umbrisch-sabinischen Sprachraum, statt klassisch quercia) aufgestellt oder auch aus ihr geschnitzt war, wird hier verehrt. Unter dem Altar ein mächtiges antikes Kapitell!
Dann ging es los, auf Feldwegen, angefeuert von Hundegebell und auch vom drohenden Gewitter. Doch außer ein paar Tropfen tat sich nichts auf den langen weißen Straßen, abschnittsweise auf Teer, aber immer durch liebliche gewellte Landschaft. Und vorbei an interessanten Beobachtungen aus der Tierwelt: Störche (oder andere große weiße
Vögel) „ritten“ auf Schafen und pickten deren Ungeziefer aus dem Fell. Hübsche bläuliche Vögel mit roten Köpfchen, vielleicht Bienenfresser (nach längerer Recherche), über uns immer wieder Raubvogelgeschrei.
Dann ging´s immer weiter bergauf, irgendwann dann auch auf die Straße und hoch zur Porta Romana von San Gemini.
Für diesen kleinen Ort gibt es eine erstaunliche Kirchendichte – gleich hinter dem Tor der Stadtheilige San Gemine, dann natürlich eine Franziskuskirche, eine der frühesten, die gleich nach dem Tod des Heiligen erbaut und sofort nach seiner Kanonisation zwei Jahre später ihm geweiht wurde. Etwas weiter fanden wir ein kleines unscheinbares Kirchlein namens San Carlo mit wunderbaren mittelalterlichen Fresken, und am Ausgang der Stadt noch einen „Tempio“ mit dem Patrozinium Johannes des Täufers. Da konnten wir als einziges nicht rein und erforschen, was es mit dem Begriff Tempel so auf sich hat.
Dafür war dann das leibliche Wohl dran und wir speisten gemäß der Empfehlung unserer Vermieter sehr lecker.
Danach ging es noch weiter nach Carsulae, wo uns das drohende Gewitter dann aber doch vom Besichtigen der Ausgrabungen abhielt. Unter Donnergrollen machten wir noch ein paar Fotos vom Weg auf die Romita di Cesi und traten dann aber den Heimweg an.