… war es heute nicht nur beim Erwandern der Strecke, sondern auch jetzt am Abend in einer mit viel Herzblut geführten Pilgerherberge in Montemignaio. Aber von Anfang an: Unseren heutigen Morgenimpuls mit pfingstlichem Taizé-Lied konnten wir in der Pieve San Martino al Vado unweit unserer gestrigen Unterkunft halten.
Danach ging es los zur spektakulären Pionierarbeit auf einem historisch bedeutsamen Weg hier herauf nach Montemignaio, der in keiner auffindbaren Karte verzeichnet ist und daher von uns getrackt werden musste. Was für ein Verlust! Auf ersichtlich historischen Steinen, die manchmal nicht vom Waldboden überdeckt sind, ging es langsam aber stetig bergauf. Unzählige besondere Blüten und Blumen konnten wir bewundern, manchmal aber mussten wir den Weg allerdings auch von zu großer Üppigkeit der Vegetation befreien und knickten etliche Farne um oder schnitten Äste mit dem Seitenschneider. Die Markierungen waren bis auf eine etwas schwierigere Stelle ausreichend, so dass wir den Track ohne Probleme erstellen konnten. Höhepunkte waren aber eine Äskulapnatter, die sich malerisch auf einem Sonnenfleck auf dem Weg sonnte, und als hätte das noch nicht gereicht, noch viel beeindruckender der größte Schmetterling Europas, ein Wiener Nachtpfauenauge, das erst vor uns aufflog, sich dann aber malerisch auf einem Ast neben uns niederließ.
Bei so viel Schönheit gerieten die beiden bedeutenden historischen Brücken, die an zwei Stellen die sonst gewöhnlichen „River-Crossings“ ersetzten, fast schon in den Hintergrund. In dem Bergnest angekommen besuchten wir die Pieve – und als wäre der Weg nicht schon tierisch genug gewesen, saß plötzlich ein veritabler Hase vor uns im Altarraum. Auch das ein ziemlich einmaliges Erlebnis! Danach ging es zum Recherchieren noch nach Vallombrosa und von dort bergab noch ins Arnotal – zumindest war das der Plan.
Eine unmarkierte Stelle machte der Recherche ein jähes Ende und wir fuhren zurück nach Montemignaio, wo wir schon vom Herbergsleiter Matthias herzlich begrüßt wurden. Bald duftete es tierisch gut nach selbstgebackenem Sauerteigbrot, das wir kurz darauf gemeinsam als Vorspeise mit Olivenöl genießen durften. Zwei Gänge und viele interessante Gespräche später waren wir satt und zufrieden und freuen uns jetzt auf die Betten.