· 

Gewitter

… tobten schon die ganze letzte Nacht in und um Narni, so dass wir in der Früh leider feststellen mussten, dass unsere Planung hinfällig wurde – neben der Wegsuche bei Spoleto wären ja auch Fotos, beispielsweise von der wiedereröffneten Ponte delle Torri, und Markierungsarbeiten nötig gewesen. Aber Weltuntergangsstimmung und teilweise massiver Regen, der gleich wieder alles zunichte macht? Den Unsinn wollten wir uns nicht antun und überlegten ein zufriedenstellendes Ersatzprogramm.
Das führte uns zunächst nach Deruta, und schon in der zweiten Töpferei wurden wir fündig - und unser eh schon schwer beladenes Auto hatte noch mehr zu schleppen. 

Danach besiedelten wir unsere neue Unterkunft zwischen Assisi und Spello, vertrieben dabei Bienen aus dem Kamin und planten eine Assisi-Tour mit Schlechtwetterpausen in den Kirchen. Rivotorto lag als erstes am Weg, dann San Damiano – und entgegen aller Befürchtungen, dass nun wenigstens die Heiligtümer von Assisi randvoll von 800-Jahr-Feier-Touristen sein würde, ging es sehr ruhig zu. 

Aber allein, dass von den in letzten Wochen auf Bildern präsenten Gerüsttürmen vor der Oberkirche bis auf Abdrücke im Gras nichts mehr zu sehen war, entschädigte dafür locker. Leider waren Unterkirche und Tomba wegen Gottesdiensten nicht besuchbar, aber die Tatsache, dass wir ab einer bestimmten Zeit die Oberkirche komplett für uns alleine hatten, empfanden wir als Sensation. Die ruhigen Minuten vor den Giotto-Fresken werden wir nicht so schnell vergessen.

 

Die Essenssuche war dann weniger ersprießlich, unsere Lieblingspizzeria war aus unerfindlichen Gründen geschlossen, und La Stalla, das wir dann aufsuchten, hatte Ruhetag. So blieb eine Pizzeria nahe unserer Unterkunft – und die Erkenntnis, dass ein Tag ohne Pilgerbuchautoren-To-Do`s auch mal ganz schön ist.

Kommentare: 0